Adobe Photoshop CC HTML5 Panels (CEP)

Die Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop CC ist vielfältig und kann – mit zunehmendem eigenen Ansprüchen – sehr aufwändig sein. Insbesondere in der People- und Portraitfotografie mit der sich zumeist anschließenden Beauty-Retusche, kann sie durchaus mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Dabei werden immer wieder dieselben Techniken benutzt, wie zum Beispiel die Frequenztrennung, Dodge & Burn, Abpudern, differenziertes Schärfen, etc., und somit natürlich dieselben Arbeitsschritte durchgeführt. Außerdem benötigt man regelmäßig wiederkehrend diverse Ebenen für Kontrollen oder weiterführende Bearbeitungen. Im Laufe der Zeit erarbeitet man sich dann (s)einen Workflow. Im Zuge der Optimierung dieses Workflows, kann man einzelne Abschnitte dieser sich wiederholenden Arbeitsschritte und Techniken zusammenfassen, um Zeit bei der jeweiligen Bildbearbeitung zu sparen. Üblicherweise legt man sich dafür sogenannte Aktionen an, die man mittlerweile bei Bedarf sehr komfortabel über den Schaltflächenmodus aufrufen kann.

Möglichkeiten aktueller Photoshop Panels

Optimierung des eigenen Workflows durch Photoshop Extensions

Wenn es aber schon den Schaltflächenmodus gibt, der die aufgezeichneten Aktionen beinahe wie in einem Panel darstellt, warum dann ein zusätzliches Panel erstellen? Die Antwort ist denkbar einfach: Die aktuellen Photoshop CC HTML5 Panels können sehr viel mehr als nur Aktionen aufrufen. Sie können frei gestaltet werden und somit einen Workflow perfekt abbilden. Man kann beispielsweise die für die einzelnen Techniken benötigten Werkzeuge gleich neben den Button legen, der per Klick bereits die entsprechenden Ebenen erzeugt. So spart man sich neben den einzelnen Klicks auch gleich noch einige Wege mit der Maus. Außerdem hat man umfangreichen Zugriff auf Funktionen der Creative Cloud und kann gegebenenfalls sogar programmübergreifend arbeiten. Die Möglichkeiten dieser Extensions sind also beinahe unbegrenzt.

Gestalten eines Photoshop Panels

Programmierung mit HTML, CSS, XML und JavaScript
S. Wickenkamp - Adobe Photoshop CC Extension Panel HTML5 Programmierung
S. Wickenkamp - Adobe Photoshop CC Extension Panel HTML5 Programmierung

Den vielfältigen Möglichkeiten und Vorteilen der aktuellen Photoshop CC Panels stehen allerdings auch ein paar Nachteile gegenüber. Möchte man seinen Workflow in einer Extension abbilden, sollte man sich mehr oder weniger gut mit HTML5, CSS, XMl und JavaScript auskennen. Das ist wohl in dieser Form bei den wenigsten Fotografen gegeben und fordert eher einen Programmierer. Zudem gibt es derzeit nur wenige hilfreiche Quellen im Internet – wahrscheinlich, weil es eben nur wenige Fotografen gibt, die nebenbei auch noch Programmierer sind. Und umgekehrt gibt es wohl auch nur wenige Programmierer, die nebenbei auch noch Fotografen sind.

 

Das wirkt zunächst natürlich etwas abschreckend – insbesondere, wenn man noch nie programmiert hat. Hat man aber Muße und Zeit und ist experimentierfreudig genug, sich den diversen Herausforderungen zu stellen, so kann man sich innerhalb eines Wochenendes durchaus ein kleines Panel zusammenstellen. Hilfreich könnte dabei der Besuch der folgenden Seiten sein:

Der Development Course (mit dem äußerst passenden Untertitel „The Missing Course“) von Davida Barranca ist vermutlich die umfangreichste und beste Quelle für Fotografen, die ihre eigenen Panels erstellen möchten. Fotografen ohne Vorwissen werden es dennoch schwer haben, die notwendige Dateistruktur aufzubauen, die entsprechenden Dateien zu erstellen, die Inhalte zu gestalten und die Funktionalität dahinter zu programmieren. Etwas Hilfe bieten da Tools wie der Adobe Extension Builder 3 für Eclipse.

 

Das nebenstehende eher simple Panel, das einen kleinen Teil meines Workflows abbildet, ist nach eingehender Recherche im Netz ohne den Kurs und ohne Tools von mir manuell erstellt worden, wobei ich allerdings programmiertechnisch auch etwas vorbelastet bin. Im Vergleich zur Erstellung der alten Flash-Panels mit dem Adobe Configurator 4 ist es allerdings doch etwas mehr ‚Bastelei‘ und deutlich zeitraubender, was uns zum nächsten Punkt bringt…

Professionelle Photoshop Panels

Beispiele für professionell gestaltete Extensions

Sehr viel schneller kommt man ans Ziel, wenn man die oben aufgeführten Links auch gleich links liegen läßt und sich mit den Seiten befaßt, auf denen bereits fertige Photoshop Panels für die aktuelle Version angeboten werden. Denn letztlich sind die Funktionen und Techniken, die man für die übliche Bildbearbeitung und insbesondere für die Portrait-Retusche benöigt, dieselben, die auch alle anderen Fotografen einsetzen, so daß sich höchstwahrscheinlich und dankenswerterweise schon jemand mit der Programmierung auseinandergesetzt hat. Auf den nachfolgenden Seiten sind einige Photoshop Panels zu finden, es gibt aber durchaus noch weitere Angebote im Netz.

Selbstverständlich werden nicht alle Photoshop Panels kostenlos zur Verfügung gestellt. Insbesondere die guten bzw. umfangreichen Panels erscheinen auf den ersten flüchtigen Blick zwar teuer, sind es aber auf den zweiten gar nicht. Denn steigt man auch nur etwas in das Thema ein, wird schnell klar, daß nicht nur erhebliches Photoshop Know-how und zudem ein entsprechendes programmiertechnisches Wissen erforderlich ist, sondern auch der beträchtliche (Zeit-)Aufwand zur Erstellung einer solchen Extension nicht außer Acht gelassen werden darf. Bei näherer Betrachtung dieser Faktoren kommt man schnell zur Erkenntnis, daß diese Angebote durchaus sehr günstig sind.

Zusammenfassung

Eigenes Panel oder Angebot aus dem Netz?

Sollte man also ein eigenes Photoshop Panel erstellen? Für ca. 85% der Photoshopler lautet die Antwort ’nein‘.  Das macht nur bei sehr individueller Arbeitsweise Sinn.

 

Die Chancen, eine Photoshop Extension im Netz zu finden, die die benötigten Funktionen beinhaltet, ist relativ groß. Und die Entwicklung schreitet stetig voran. Daher ist es sicherlich ratsam, auf bestehende Panels zurückzugreifen – auch, wenn sie etwas Geld kosten. Denn vergleicht man Kosten und Nutzen unter Berücksichtigung des Aufwands einer eigenen Programmierung, stellt sich die obige Frage eigentlich gar nicht mehr. Wenn man sehr intensiv oder zumindest regelmäßig mit Photoshop arbeitet, gehen die Kosten mit zunehmender Nutzungsdauer sozusagen gegen null.

 

Anders sieht es natürlich aus, wenn man kein entsprechendes Photoshop Panel im Netz findet, das die benötigten Funktionen anbietet oder den eigenen Workflow nur unzureichend unterstützt. Dann ist eine eigene Programmierung natürlich eine gute Alternative, allerdings unter Umständen eine sehr zeitintensive. Eine individuelle Programmierung in Auftrag zu geben, wird dagegen wahrscheinlich zu kostenintensiv. Natürlich kann aber man in den entsprechenden Foren Anregungen zur Erweiterung bestehender Panels geben. Vielleicht fließen die gewünschten Funktionen ja in ein Update ein.