Fototouren auf Norderney

Langzeitbelichtungen machen am meisten Spaß, wenn Wasser in der Nähe ist. Das ist in Hamburg glücklicherweise zwar auch der Fall, aber noch schöner ist es auf Norderney! Werden Hamburger nicht zugeben, ist aber so! Ich kenne beides und kann das beurteilen. ;o)

Ehrlich jetzt: Wo könnte man der Landschaftsfotografie besser frönen als auf einer ostfriesischen Insel? Mein Favorit ist da nunmal ganz klar Norderney. Borkum ist auch nicht schlecht, aber nicht ganz so gut zu erreichen. Und wenn man von früh bis spät auf der Insel ist, kann man eben auch noch, neben den üblichen fotografischen Motiven, die eine oder andere Langzeitbelichtung mitnehmen. Wie ein Tag voller Fotografie auf Norderney bei mir aussieht, möchte ich – sozusagen als kleinen Tip für eine Fototour – kurz beschreiben.

Am liebsten nehme ich schon die erste Fähre früh morgens, um bei Sonnenaufgang schon auf der Insel zu sein. Das klappt ganz gut, wenn man nicht gerade mitten im Sommer auf die Insel möchte. Im Früh- und Spätsommer sind die Temperaturen sehr angenehm und auch mit entsprechendem Gepäck – und das ist gar nicht so wenig – gut auszuhalten. Mit der letzten Fähre geht´s dann zurück. Die Zeit dazwischen kann man sich sehr schön einteilen, so daß sowohl Fotografie als auch Erholung nicht zu kurz kommen. Denn Spaß machen und entspannend wirken soll die Tour auch – trotz aller Strapazen. Nur soviel: Nach solch einem Tag auf der Insel, ist man schon wieder reif für die Insel! ;o)

Neben der üblichen Fotoausrüstung wie Kamera, Weitwinkelobjektiv, Teleobjektiv, Standardobjektiv, Polfilter, Graufilter und Grauverlaufsfilter, Blitz und so weiter und sofort, muß man natürlich auch noch den Fernauslöser und das Stativ mitnehmen, wenn man sich auch den Langzeitbelichtungen widmen möchte. Nicht vergessen sollte man den einen oder anderen Snack bzw. ein Getränk, so daß man die ersten Kilometer bis zum Frühstück gut durchhält. Außerdem ist man die ganze Zeit am Strand, am Wasser und in der Sonne. Daher sollte man die Sonnencreme einpacken und sie natürlich auch benutzen. Zwischendurch gibt es auch mal die Möglichkeit, sich einfach zur Abkühlung und zur Entspannung in die Fluten zu stürzen. Traumhaft schön! Also unbedingt auch die Badesachen einpacken. Eine Begleitperson kann sich also tragetechnisch als nützlich erweisen. Ein Model bietet sich da geradezu an…

Kommen wir nun zur eigentlichen Fototour. Abfahrt Norddeich so früh wie möglich. Auf Norderney angekommen, findet man zum Sonnenaufgang gleich am Anleger das eine oder andere Motiv für Langzeitbelichtungen. Nur ein paar Meter weiter westlich ist beispielsweise das Artikelbild (siehe oben, anklicken für das komplette Bild) entstanden – eine Langzeitbelichtung mit 50mm Festbrennweite, Cokin Graufilter, Stativ und Fernauslöser. Natürlich barfuß. Die Schuhe hingen bereits am Rucksack, wie die meiste Zeit des Tages. Im Sand läuft es sich ohne Schuhe besser.

Flaschenpost Norderney Wickenkamp

Weiter geht´s dann den Strand bzw. an der Promenade entlang. Da ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für schöne Fotos. Die frische Morgenluft ist toll und man kann sich viel Zeit nehmen, um sie zu genießen und sich den Strandmotiven zu widmen, denn morgens ist man an der Promenade ziemlich ungestört. Überwiegend ist da Landschaftsfotografie angesagt und auch das eine oder andere Makro ist möglich. Die Buhnen eignen sich natürlich auch wieder für Langzeitbelichtungen.

Das Gute an so einer Insel ist, daß man sich nur schwer verlaufen kann. So kommt Ihr, falls Ihr meine Fototour mal testen wollt, zwangsläufig irgendwann zur Milchbar. Und für mich führt daran kein Weg vorbei. Leckere Sachen gibt es da. Einfach nur gut! Und somit perfekt für den ersten Zwischenstop. Am besten draußen sitzen und die Aussicht genießen. Sobald man sich ausreichend gestärkt und erholt hat, geht es an den zweiten Teil der Tour.

Ich laufe einfach weiter am Strand entlang. Die Motive ändern sich etwas, da man jetzt direkt am Dorf entlang läuft, das wir aber erstmal links liegen lassen, obwohl es in Laufrichtung eigentlich rechts liegt. Die Promenade ist hier natürlich anders gestaltet, der Strand selbst ändert sich auch und es steht nun auch der eine oder andere Strandkorb in der Gegend herum. Und man trifft jetzt auch zwangsläufig auf Menschen. Am besten erst einmal ignorieren.

Irgendwann endet die Promenade, der Strand wird wieder breiter und es stehen zunächst noch mehr Strandkörbe im Weg. Den einen oder anderen kann man aber eventuell noch als Motiv nutzen.

Strandkoerbe-Norderney-von-Sven-Wickenkamp

Danach hat man aber so richtig Platz auf dem Strand und rechts liegt die wunderschöne Dünenlandschaft. Da hat man jetzt die freie Auswahl. Übrigens ändert sich hier auch die Motivwelt: Die Zeit für Peoplefotografie ist gekommen. Entweder in Form von Portraitfotografie, möglicherweise mit dem eigenen Model, oder aber auch in Form von Sportfotografie. Wenn man Glück hat, tummeln sich bereits einige Surfer oder Skimborder etc. am Strand. Einfach mal ansprechen und gegebenenfalls Bilder anbieten.

Zwischendurch jetzt mal die Kamera gegen die Badehose tauschen und auch einfach mal in die Sonne legen. Sobald man selbst ein wenig geplantscht hat, kann man ja mit dem eigenen Model ein kleines Bademoden-Shooting einlegen. Anschließend vielleicht noch einen Aufgang in die Dünen nutzen, um dort auch noch ein paar Portraits zu schießen.

Weiter geht´s dann am Strand lang bis zur weißen Düne. Da ist dann der nächste Zwischenstop zwecks Nahrungsnahme angesagt. Im Restaurant ‚Weiße Düne‘ gibt es vernünftiges Essen zu fairen Preisen. Sollte man also nutzen, um sich für den weiteren Weg zu stärken.

Wer genug vom Strand hat, kann nun einen der Wege durch die Dünenlandschaft suchen, um zurück ins Dorf zu laufen. Wer sogar schon die Nase voll vom Laufen hat, kann auch den Bus nehmen. Ich gehe meistens noch weiter am Strand entlang. Denn der wird, wenn man noch ein wenig weiter läuft, dann erstmal so richtig breit und schön. Da sind dann richtig tolle Aufnahmen möglich. Landschaftsfotografie, Portraitfotografie, evtl. auch ein wenig Aktfotografie mit dem eigenen Model, wenn wenig los ist. Und auch hier sind schöne Langzeitbelichtungen mit den ziehenden Wolken möglich. Sollte man nutzen, wenn man schon einmal dort ist.

Anschließend geht´s auf den Wegen durch die Dünen Richtung Leuchtturm und Flugplatz. Um den Füßen eine Pause zu gönnen, kann man einen weiteren Zwischenstop einlegen. Da kann man dann auch gleich das eine oder andere Stückchen Kuchen vernichten. Anschließend kann man sich auf den Weg ins Dorf machen. Auch dort ist das eine oder andere Motiv zu finden. Oder man bummelt einfach mal durch die Straßen und die Einkaufsmeile.

Meistens geht´s für mich abends nochmal zur Milchbar, bevor ich den Rückweg zum Hafen antrete – wiederum an der Promenade entlang. Hat man erst einmal den Weg zum Anleger hinter sich gebracht, weiß man, was man so den Tag über getan hat und ist froh über jede Sitzgelegenheit. Das sind schon so einige Kilometer, die man durch den Sand läuft… Dafür hat man aber auch eine volle Speicherkarte und tolle Bilder, die man auf der Rückfahrt nach Norddeich schon auf dem Kamera-Display anschauen kann. Das steigert die Vorfreude auf die Bildbearbeitung am nächsten Tag.

Noch ein kleiner Tip für eine weitere Langzeitbelichtung: Am östlichen Ende sind noch kleine Reste eines Wracks zu finden. Allerdings schafft man diesen Weg nicht an diesem Tag. Dafür sollte man eine eigene Fototour planen.

Ich wünsche allen, die diese Fototour mal nachvollziehen möchten, viel Spaß und einen schönen Tag auf der Insel!